Die kurze Antwort#
CT (Computertomographie) verwendet Röntgenstrahlen. Schnell, gut für Knochen, Lunge, akute Blutungen, Steine. Etwas Strahlenbelastung.
MRT (Magnetresonanztomographie) verwendet Magnetfelder. Langsamer, besser für Weichteile, Gehirn, Bandscheiben, Bänder. Keine Strahlenbelastung, aber laut und eng.
Für Knochenbrüche, Lungenentzündung, Notfälle: meist CT. Für Bandscheibenvorfälle, Hirntumoren, Knieprobleme: meist MRT.
Wie eine CT funktioniert#
Eine CT macht hunderte Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Winkeln um Sie herum. Ein Computer rechnet daraus Schnittbilder. Sie liegen auf einem schmalen Tisch, der durch einen Ring fährt. Die Untersuchung dauert wenige Sekunden bis Minuten.
Was eine CT besonders gut zeigt:
Knochen Knochenbrüche, Frakturen, Knochentumoren, Osteoporose. Der Kontrast zwischen Knochen und Weichteilen ist im CT exzellent.
Lunge Lungenentzündung, Tumoren, Embolien. Die Lunge ist mit Luft gefüllt (sehr dunkel im CT), Strukturen darin sind exzellent erkennbar.
Akute Blutungen Blutungen im Gehirn nach einem Schlag oder Sturz, innere Blutungen nach einem Unfall. Das CT erkennt frisches Blut sehr gut.
Steine Nierensteine, Gallensteine, Speichelsteine. Steine sind dichter als das umgebende Gewebe und im CT auffällig.
Notfälle Im Krankenhaus-Notdienst ist das CT meist das erste Bildgebungs-Tool, weil es schnell ist und viele Diagnosen rasch klärt.
Wie eine MRT funktioniert#
Eine MRT verwendet ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Sie liegen in einer Röhre, die um Sie summt und klopft. Die Untersuchung dauert typischerweise 20 bis 45 Minuten, manchmal länger.
Was eine MRT besonders gut zeigt:
Weichteile Gehirn, Rückenmark, Muskeln, Sehnen, Bänder, innere Organe. Der Kontrast zwischen verschiedenen Weichteilen ist in der MRT viel besser als im CT.
Bandscheiben und Wirbelsäule Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenose, Nervenwurzelreizungen. Das ist die klassische Domäne der MRT.
Gehirn Tumoren, Multiple Sklerose, Schlaganfall (zur weiterführenden Diagnostik), Demenz-Diagnostik. Die MRT zeigt Hirngewebe deutlich detaillierter als CT.
Gelenke Knie, Schulter, Hüfte, Sprunggelenk. Bandschäden, Knorpelschäden, Verletzungen.
Beckenorgane und Tumoren Prostata, Gebärmutter, Lebertumoren. Die MRT kann zwischen Krebsgewebe und gesundem Gewebe oft besser unterscheiden als CT.
Strahlenbelastung im Vergleich#
CT: ja, Röntgenstrahlen. Eine typische CT entspricht etwa 1 bis 10 Millisievert (mSv). Zum Vergleich: die natürliche Strahlung in Deutschland sind etwa 2 bis 4 mSv pro Jahr. Eine Thorax-CT entspricht etwa 100 Lungenröntgen.
MRT: keine Strahlenbelastung. Magnetfelder schaden nicht (mit Einschränkungen: Schrittmacher, bestimmte Implantate). Bei Schwangerschaft ist die MRT in vielen Situationen die sicherere Wahl.
Bei jungen Patienten und bei Verlaufskontrollen über Jahre wird oft MRT bevorzugt, um die kumulative Strahlenbelastung niedrig zu halten.
Dauer und Ablauf#
CT
- Vorbereitung: 5 bis 15 Minuten
- Eigentliche Untersuchung: 1 bis 5 Minuten
- Bei Kontrastmittel: kurze Wartezeit nach Injektion
- Insgesamt: oft unter 30 Minuten
MRT
- Vorbereitung: 10 bis 20 Minuten (Sicherheitsfragen, Umziehen)
- Eigentliche Untersuchung: 20 bis 45 Minuten, manchmal länger
- Bei Kontrastmittel: zusätzliche Sequenzen danach
- Insgesamt: 45 bis 90 Minuten
Wenn Sie unter Klaustrophobie leiden, ist die MRT problematisch (enge Röhre, lange Dauer, lautes Klopfen). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Beruhigungsmittel oder offene MRT-Geräte sind möglich, aber nicht überall verfügbar.
Kontrastmittel: ja oder nein?#
Bei beiden Untersuchungen wird manchmal Kontrastmittel über die Vene gegeben, um Strukturen besser darzustellen.
CT-Kontrastmittel: jodhaltig. Risiken: allergische Reaktionen, vorübergehende Beeinträchtigung der Nierenfunktion bei vorgeschädigter Niere, sehr selten schwere Reaktionen. Vor Gabe wird oft Kreatinin (Nierenwert) gemessen.
MRT-Kontrastmittel: gadoliniumhaltig. Risiken: allergische Reaktionen sehr selten, bei stark eingeschränkter Nierenfunktion seltene aber schwerwiegende Spätfolgen (NSF). Bei Schwangerschaft generell vermieden.
Beide Kontrastmittel sind bei guter Nierenfunktion und ohne bekannte Allergien sicher. Klären Sie vor der Untersuchung Ihre Vorgeschichte.
Was kostet die Untersuchung?#
Bei gesetzlich Versicherten zahlt die Krankenkasse, wenn die Untersuchung medizinisch begründet ist. Sie brauchen eine Überweisung. Eine Eigenleistung gibt es bei medizinisch indizierten Untersuchungen in der Regel nicht.
Bei privaten Untersuchungen (etwa als Selbstzahler):
- CT: meist 200 bis 600 Euro je nach Region und Aufwand
- MRT: meist 400 bis 900 Euro je nach Region und Aufwand
- MRT mit Kontrastmittel: oft 100 bis 200 Euro Aufpreis
Privatpatienten und Selbstzahler bekommen meist schneller Termine als Kassenpatienten. Wartezeiten in Deutschland: für planbare MRT meist 2 bis 6 Wochen, für CT oft 1 bis 3 Wochen.
Wann welches Verfahren?#
Lieber CT wenn:
- Akuter Notfall
- Verdacht auf Knochenbruch
- Verdacht auf Lungenerkrankung
- Verdacht auf akute Blutung
- Steine (Niere, Galle)
- Sie Klaustrophobie haben (offenes Gerät)
- Sie nicht still liegen können (kürzere Dauer)
Lieber MRT wenn:
- Bandscheiben oder Wirbelsäule
- Knie, Schulter, Hüfte, Bänder
- Gehirn (außer akute Blutung)
- Tumor-Diagnostik in Weichteilen
- Schwangerschaft
- Junge Patienten oder häufige Verlaufskontrollen
- Unklare Beschwerden in Weichteilen
Manche Diagnosen brauchen beide. Bei Verdacht auf Schlaganfall etwa zuerst CT (um Blutung auszuschließen), dann MRT (um Schlaganfall genau zu lokalisieren).
Was Sie selbst entscheiden können#
In den meisten Fällen entscheidet der überweisende Arzt anhand Ihrer Beschwerden und der Fragestellung. Sie können aber:
- Nachfragen, warum gerade dieses Verfahren gewählt wurde
- Bei Unsicherheit eine Zweitmeinung einholen
- Bei Bedenken (Strahlung, Klaustrophobie, Kontrastmittel) das offen ansprechen
Ein guter Arzt erklärt Ihnen die Wahl und nimmt Bedenken ernst.
Häufige Fragen#
Kann ich vom MRT umentscheiden auf CT (oder umgekehrt)?
Ja, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Manchmal ist die ursprünglich gewählte Untersuchung nicht optimal, oder Ihre Situation hat sich geändert.
Schadet Kontrastmittel meiner Niere?
Bei gesunden Nieren in der Regel nein. Bei vorgeschädigten Nieren kann es problematisch sein, deshalb wird oft vorab der Kreatinin-Wert geprüft.
Warum dauert die MRT so lange?
Eine MRT macht keine "Fotos" wie das CT. Sie misst die magnetische Reaktion verschiedener Gewebearten in mehreren Sequenzen. Jede Sequenz dauert 2 bis 8 Minuten. Eine vollständige Untersuchung kombiniert mehrere Sequenzen.
Sind alle MRT-Geräte gleich?
Nein. Die wichtigste Unterscheidung ist die Magnetfeldstärke: 1,5 Tesla (Standard) und 3 Tesla (höhere Auflösung). 7 Tesla und darüber gibt es nur in Forschungseinrichtungen. Stärkere Geräte zeigen mehr Details, brauchen aber etwas länger und sind nicht für jede Fragestellung besser.
Was mache ich, wenn ich Klaustrophobie habe?
Sprechen Sie es vorab an. Optionen: Beruhigungsmittel, offene MRT-Geräte, jemand begleitet Sie in der Untersuchung, oder im Einzelfall eine Vollnarkose. Auch eine genaue Vorabinformation ("Was passiert?") hilft vielen Patienten.
Kann ich nach CT oder MRT direkt nach Hause fahren?
Ohne Kontrastmittel und ohne Beruhigungsmittel: ja. Mit Beruhigungsmittel sollten Sie sich abholen lassen oder ein Taxi nehmen. Mit Kontrastmittel sollten Sie 30 Minuten nachbeobachtet werden, danach ist Autofahren in der Regel kein Problem.